Rentenrechner 2026: Was von deiner Rente wirklich übrig bleibt
Der offizielle Rentenschätzer der Deutschen Rentenversicherung zeigt dir einen Bruttobetrag. Was nach Krankenversicherung, Steuer und Inflation davon übrig bleibt, steht dort nicht. Dieser Rechner bildet den Weg von der Bruttorente zur tatsächlichen Kaufkraft ab, einschließlich Aktivrente und Altersvorsorgedepot. Trag deine Werte ein und sieh, wo du im Alter stehst.
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Deine voraussichtliche Rente — ehrlich gerechnet
Ohne Schönrechnen, ohne Annahmen über Aktienmärkte. Nur deine Daten, die gesetzliche Systematik und zwei Stellschrauben, über die niemand gern spricht: Rentenanpassung und Inflation.
Deine Daten
Alles, was auf deiner Renteninformation steht.
Das Altersvorsorgedepot soll ab 1.1.2027 kommen (Altersvorsorgereformgesetz, beschlossen 27.03.2026). Ein staatlich gefördertes Depot, in dem du selbst in ETFs sparst. Die konkreten Fördersätze sind noch nicht final — die folgenden Werte sind vorläufig. Die Ansparzeit koppelt an deine Beitragsjahre oben (frühestens ab 2027).
Neu für Selbstständige: Anders als bei der bisherigen Riester-Förderung sind ab 2027 erstmals alle Selbstständigen und Freiberufler voll förderberechtigt — unabhängig davon, ob sie in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen.
Deine drei Renten-Säulen im Verlauf
Netto-Monatsbeträge über deine Rentenbezugszeit. Aktivrente läuft nur in den ersten Jahren, das Depot bis das Kapital aufgebraucht ist.
Was wäre, wenn dasselbe Geld in einen ETF geflossen wäre?
Jetzt wird es hypothetisch. Dieser Teil zieht deine Daten von oben und rechnet durch, was passiert wäre, wenn dieselben Beiträge stattdessen in einen breit gestreuten Aktien-ETF geflossen wären. Das ist eine Modellrechnung — keine Empfehlung.
ETF-Annahmen
Deine Basisdaten kommen aus Teil 1. Hier stellst du nur die ETF-spezifischen Werte ein.
Was wäre, wenn dein gesamtes Erwerbsleben in einen ETF geflossen wäre?
18,6 % deines Bruttos pro Jahr als Aktiensparplan. Vergleichswerte sind netto.
Vermögensaufbau im Vergleich
Kumulierter Wert: gesetzliche Beiträge (nominal) vs. ETF-Sparplan-Endkapital.
Das ganze Video: Rentenrechner erklärt und selbst gebaut
In der ersten Hälfte gehe ich den Rechner an zwei Beispielen durch, einmal als Angestellter und einmal als Selbstständiger. In der zweiten Hälfte zeige ich, wie dieses Werkzeug mit Claude AI entstanden ist.
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Was von der Rente abgezogen wird
Die Renteninformation nennt einen Bruttobetrag. Bis daraus verfügbares Geld wird, gehen drei Positionen ab. Zwei davon stehen auf dem Rentenbescheid, die dritte taucht dort nie auf.
Kranken- und Pflegeversicherung
Pflichtversicherte Rentner zahlen den allgemeinen Beitragssatz zur Krankenversicherung samt Zusatzbeitrag zur Hälfte selbst, den Beitrag zur Pflegeversicherung vollständig. Der Abzug erfolgt direkt von der Bruttorente.
Einkommensteuer
So hoch ist der steuerpflichtige Anteil bei einem Renteneintritt im Jahr 2026. Der Prozentsatz gilt für den gesamten Rentenbezug und steigt für jeden neuen Jahrgang weiter. Über alle laufenden Renten lag der steuerpflichtige Anteil 2024 bereits bei 70,2 %.
Kaufkraftverlust
Bei 2 % Inflation im Jahr verliert ein Betrag über 25 Jahre rund 39 % seiner Kaufkraft. Dieser Verlust erscheint auf keinem Bescheid, weil er keine Abbuchung ist. Für die Frage, wovon jemand später lebt, ist er trotzdem entscheidend.
Beispielrechnung: 2.000 € Bruttorente im Monat
Vereinfachte Modellrechnung für eine alleinstehende Person ohne weitere Einkünfte, Renteneintritt 2026, ohne Kirchensteuer und ohne individuelle Freibeträge. Der Rechner oben bildet den Verlauf mit deinen eigenen Werten ab.
Häufige Fragen zur Rente 2026
Die Antworten beruhen auf den Rechengrößen des Jahres 2026 und auf Daten der Deutschen Rentenversicherung sowie des Statistischen Bundesamtes.
Ist 1.800 € netto eine gute Rente?
Gemessen an der Verteilung in Deutschland liegt dieser Betrag oberhalb des Mittelfelds. Jede fünfte Person im Ruhestand hat höchstens 1.400 € netto im Monat zur Verfügung, und die Armutsgefährdungsquote liegt bei den über 65-Jährigen bei 19,5 %.
Ob der Betrag für den eigenen Lebensstandard reicht, hängt an drei Größen: der Wohnsituation, dem Zeitpunkt des Renteneintritts und der Inflation bis dahin. 1.800 € im Jahr 2050 entsprechen bei 2 % Inflation der heutigen Kaufkraft von rund 1.100 €.
Was wird von der Rente abgezogen?
Von der Bruttorente gehen zwei Positionen direkt ab. Die Kranken- und Pflegeversicherung mit zusammen rund 11,7 % und die Einkommensteuer auf den steuerpflichtigen Anteil der Rente.
Der steuerpflichtige Anteil richtet sich nach dem Jahr des Renteneintritts. Wer 2026 in Rente geht, versteuert 84 % der Rente. Dieser Prozentsatz bleibt für den gesamten weiteren Rentenbezug bestehen.
Wie viel Steuern zahle ich auf 2.000 € Rente?
Bei einem Renteneintritt im Jahr 2026 und 2.000 € Bruttorente im Monat fallen überschlägig rund 78 € Einkommensteuer im Monat an, also etwa 940 € im Jahr. Zusammen mit dem Beitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung von 234 € bleiben rund 1.688 € netto.
Die Rechnung gilt für eine alleinstehende Person ohne weitere Einkünfte und ohne Kirchensteuer. Weitere Einkünfte, ein Ehepartner oder individuelle Freibeträge verschieben das Ergebnis.
Wie viel Rente darf ich beziehen, ohne Steuern zu zahlen?
Steuern fallen erst an, wenn das zu versteuernde Einkommen den Grundfreibetrag übersteigt. Der liegt 2026 bei 12.348 € im Jahr für eine alleinstehende Person.
Bei einem Renteneintritt 2026 mit 84 % steuerpflichtigem Anteil und nach Abzug der Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge liegt die Grenze überschlägig bei rund 1.400 € Bruttorente im Monat. Bei Ehepaaren, die gemeinsam veranlagt werden, verdoppelt sich der Grundfreibetrag.
Wie hoch ist die Standardrente 2026?
Die Standardrente liegt bei 1.913,40 € brutto im Monat. Sie ergibt sich aus 45 Entgeltpunkten multipliziert mit dem aktuellen Rentenwert von 42,52 €.
Diese Zahl beschreibt einen Modellfall: 45 Jahre durchgehende Beitragszahlung zum jeweiligen Durchschnittsverdienst. Die tatsächlich gezahlten Renten liegen in der Mehrzahl darunter.
Was sind Rentenpunkte und wie entstehen sie?
Ein Entgeltpunkt, umgangssprachlich Rentenpunkt, entsteht in einem Jahr, in dem jemand genau den Durchschnittsverdienst aller Versicherten erzielt. Dieser liegt 2026 bei 51.944 € im Jahr.
Wer die Hälfte davon verdient, erhält 0,5 Punkte, wer das Doppelte verdient, erhält 2 Punkte. Nach oben begrenzt die Beitragsbemessungsgrenze von 101.400 € den Zuwachs auf etwa 1,95 Punkte im Jahr. Die gesammelten Punkte werden am Ende mit dem Rentenwert multipliziert.
Wie lange bezieht man im Durchschnitt Rente?
Die durchschnittliche Rentenbezugsdauer lag 2024 bei 20,5 Jahren. Frauen bezogen mit 22,1 Jahren deutlich länger Rente als Männer mit 18,9 Jahren. Vor zwanzig Jahren waren es noch 16,9 Jahre.
Das durchschnittliche Zugangsalter lag 2024 bei 64,7 Jahren. Für die eigene Planung ist die Bezugsdauer entscheidend, weil sie bestimmt, auf wie viele Monate sich angespartes Kapital verteilt.
Was ist die Aktivrente und wer bekommt sie?
Seit dem 1. Januar 2026 können Beschäftigte, die nach Erreichen der Regelaltersgrenze weiterarbeiten, bis zu 2.000 € im Monat lohnsteuerfrei hinzuverdienen. Rechtsgrundlage ist § 3 Nr. 21 EStG.
Die Regelung gilt ausschließlich für sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Beamte, Selbstständige, Freiberufler und Minijobber sind ausdrücklich ausgenommen. Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung fallen auf den Hinzuverdienst weiterhin an.
Was ist das Altersvorsorgedepot ab 2027?
Das Altersvorsorgedepot soll zum 1. Januar 2027 als Nachfolge der Riester-Förderung starten. Grundlage ist das Altersvorsorgereformgesetz, das am 27. März 2026 beschlossen wurde. Gespart wird in frei wählbaren Anlageformen, überwiegend in Fonds und ETFs.
Anders als bei der bisherigen Förderung sind erstmals alle Selbstständigen und Freiberufler förderberechtigt, unabhängig davon, ob sie in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Die konkreten Fördersätze stehen noch nicht endgültig fest.
Zahlen Rentner Krankenversicherung?
Ja. Pflichtversicherte Rentner zahlen den allgemeinen Beitragssatz zur Krankenversicherung samt kassenindividuellem Zusatzbeitrag jeweils zur Hälfte, die andere Hälfte trägt die Rentenversicherung. Der Beitrag zur Pflegeversicherung wird vollständig selbst getragen.
In Summe sind das derzeit rund 11,7 % der Bruttorente. Der Betrag wird direkt einbehalten und erscheint auf der Rentenmitteilung.
Wie viel Geld braucht man als Rentner im Monat?
Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht, weil der Bedarf vor allem an der Wohnsituation hängt. Als Orientierung dient die Frage, welchen Anteil des heutigen Nettoeinkommens jemand im Alter halten möchte. Üblich sind Annahmen zwischen 70 und 80 %.
Wichtig dabei: Dieser Anteil bezieht sich auf heutige Kaufkraft. Wer in 25 Jahren in Rente geht, braucht bei 2 % Inflation nominal rund 64 % mehr, um denselben Lebensstandard zu halten.
Was ändert sich 2026 bei der Rente?
Zum 1. Juli 2026 sind die Renten um 4,24 % gestiegen, der aktuelle Rentenwert liegt damit bei 42,52 €. Seit dem 1. Januar 2026 gilt außerdem die Aktivrente mit einem steuerfreien Hinzuverdienst von bis zu 2.000 € im Monat für Beschäftigte, die über die Regelaltersgrenze hinaus arbeiten.
Der steuerpflichtige Anteil der Rente liegt für den Zugangsjahrgang 2026 bei 84 %. Zum 1. Januar 2027 soll das Altersvorsorgedepot starten.
Selbst ein Werkzeug bauen: die sieben Phasen
Dieser Rechner ist mit Claude AI entstanden, allerdings nicht mit einem einzigen Prompt. Das Dokument beschreibt den Ablauf, den ich dafür genutzt habe: Projektziel, Anforderungserhebung, User-Stories, Umsetzung, Test, Implementierung und Veröffentlichung. Zu jeder Phase gibt es den fertigen Prompt zum Kopieren und ein Beispiel aus diesem Projekt. Der Ablauf lässt sich auf jedes eigene Vorhaben übertragen.
Was dieses Werkzeug nicht abbildet
Damit du die Ergebnisse richtig einordnest — hier bewusst die Grenzen offen benannt.
Mütterrente, Erwerbsminderung, Versorgungsausgleich nach Scheidung, Betriebsrenten, Riester und Rürup fließen nicht ein.
Kirchensteuer, Günstigerprüfung und individuelle Freibeträge sind nicht abgebildet — nur die Standard-Systematik.
Der ETF-Teil rechnet mit einer konstanten Durchschnittsrendite. In der Realität schwanken Märkte erheblich, gerade kurz vor Rentenbeginn.
Der ETF-Vergleich für Angestellte rechnet mit deinem heutigen Gehalt über das ganze Erwerbsleben. Wer früher weniger verdient hat, für den fällt das ETF-Ergebnis in der Realität niedriger aus.
Rentenformel, Steuersätze und das Altersvorsorgedepot können sich politisch ändern. Der Rechner bildet den Stand 2026 ab.
Ehrliche Gegenargumente
Kein Werkzeug ist neutral. Diese Punkte solltest du kennen, bevor du Schlüsse ziehst.
Ein Crash kurz vor oder nach Rentenbeginn kann ein ETF-Depot stark treffen. Die gesetzliche Rente zahlt unabhängig vom Börsenstand.
Studien (DALBAR) zeigen: Privatanleger landen im Schnitt mehrere Prozentpunkte unter der Indexrendite, weil sie in Krisen verkaufen. Zieh die Rendite testweise auf 4 %.
Der ETF-Vorteil gilt nur, wenn wirklich jeden Monat eingezahlt wird — auch in schlechten Jahren. Die DRV zieht automatisch ein.
Die gesetzliche Rente ist eine lebenslange Garantie. Der ETF ist eine Chance mit Risiko. Das ist kein Nachteil des einen oder anderen — es ist der Kern des Trade-offs.
Quellen & Haftungsausschluss
Quellen: Deutsche Rentenversicherung (Rentenanpassung 2026, Rechengrößen, Standardrente), Statistisches Bundesamt (Destatis, EU-SILC 2024/2025, Grundsicherung), BMAS, Bundesregierung (Altersvorsorgereformgesetz 27.03.2026), Aktivrentengesetz (Bundesrat 17.10.2025), Deutsches Aktieninstitut (DAX-/MSCI-World-Renditedreiecke), DALBAR Quantitative Analysis of Investor Behavior 2024, Bundesfinanzministerium (Rentenbesteuerung). Stand: Mai 2026.
MS Business Training & Coaching GmbH (Marke: HERZBLUT Training & Coaching) — Persönliche Analyse & Recherche — keine Anlage-, Steuer- oder Unternehmensberatung. Diese Auswertung öffentlich zugänglicher Quellen ist ein Bildungs-Werkzeug und stellt keine individuelle Anlage-, Steuer-, Unternehmens- oder Rechtsberatung dar. Die Berechnungen sind Modellrechnungen mit vereinfachten Annahmen — die tatsächliche Rente, Besteuerung und Anlage-Performance kann erheblich abweichen.
Vergangene Wertentwicklungen sind keine Garantie für künftige Erträge. Aktienanlagen unterliegen Kursschwankungen und können zu Verlusten bis hin zum Totalverlust führen. Zahlen, Steuersätze und gesetzliche Rahmenbedingungen können sich jederzeit ändern. Jede individuelle Entscheidung sollte auf Basis einer persönlichen Prüfung und ggf. unter Hinzuziehung zugelassener Fachpersonen (Steuerberater, Honorarberater, Rechtsanwälte) erfolgen. Das Altersvorsorgedepot befindet sich im Gesetzgebungsverfahren — die genannten Fördersätze sind vorläufig.