Was verdient ein Malerbetrieb?

Malerhandwerk · Branchenanalyse

38.700 Betriebe. 13,6 Milliarden Euro Umsatz. Und trotzdem weiß kaum jemand, was am Ende für den Inhaber übrig bleibt. Hier sind die echten Zahlen — aus amtlichen Quellen, ohne Marketing-Prosa.

Destatis LGH-Betriebsvergleich ZDH 2023 KfW-Mittelstandspanel Stand: 2023–2024
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38.700
Betriebe in Deutschland
ZDH, 31.12.2023
13,6 Mrd.
Branchenumsatz (€)
Destatis, Tab. 73311-0002
129.900
SV-pflichtig Beschäftigte
Bundesagentur für Arbeit
84 %
Betriebe unter 10 Mitarbeiter
Handwerkszählung 2023

Ein Massenhandwerk aus Kleinstbetrieben

Das Malerhandwerk ist eines der beschäftigungsstärksten Gewerke im deutschen Ausbauhandwerk — und gleichzeitig das fragmentierteste. Weit über 80 % der Betriebe sind Familienbetriebe mit weniger als 10 Mitarbeitern, bei denen der Inhaber selbst handwerklich tätig ist.

Beschäftigungsklasse Anteil Betriebe Betriebe (ca.) Charakter
1–4 Beschäftigte ~50 % ~19.350 Soloselbstständig bis Kleinbetrieb
5–9 Beschäftigte ~34 % ~13.320 Typischer Familienbetrieb
Summe < 10 MA 84 % ~32.670 Kernmasse der Branche
10–19 Beschäftigte ~11 % ~4.300 Wachstumsbetrieb
20–49 Beschäftigte ~4 % ~1.510 Mittlerer Betrieb
50+ Beschäftigte ~1 % ~230 Großbetrieb / Regionalführer

Was bleibt übrig — nach Größenklasse

Der entscheidende Orientierungswert ist die Vorsteuer-Umsatzrendite nach kalkulatorischem Unternehmerlohn — also der echte unternehmerische Gewinn, nachdem Inhabergehalt, Material, Löhne und Gemeinkosten abgezogen sind.

Wichtige Begriffsdifferenz: Das „Betriebsergebnis" in der Steuer-GuV enthält noch das Inhabergehalt. Erst nach Abzug des kalkulatorischen Unternehmerlohns (~55.000–70.000 €) ergibt sich das tatsächliche betriebswirtschaftliche Ergebnis — das liegt im Branchendurchschnitt nahe null bis leicht positiv.

Umsatz Schwach (~5 %) Ø-Jahr (~8 %) Gutes Jahr (~12 %) Top-Betrieb (~18 %)
250.000 €
1–2 MA
12.500 € 20.000 € 30.000 € 45.000 €
500.000 €
~5–6 MA
25.000 € 40.000 € 60.000 € 90.000 €
1.000.000 €
~10–12 MA
50.000 € 80.000 € 120.000 € 180.000 €
2.000.000 €
~20–25 MA
100.000 € 160.000 € 240.000 € 360.000 €
5.000.000 €
~50 MA
250.000 € 400.000 € 600.000 € 900.000 €

Vorsteuer-Gewinn nach kalkulatorischem Unternehmerlohn. Quellen: LGH-Betriebsvergleich NRW 2021, KfW-Mittelstandspanel 2024, eigene Berechnung.


Referenzwerte im Überblick

7,0 %
Ø Vorsteuer-Umsatzrendite Mittelstand Deutschland
KfW-Mittelstandspanel 2024/2025
10–13 %
Ø Malerhandwerk in guten Jahren (2018–2020)
LGH-Betriebsvergleich NRW
6,2 %
Ø Malerhandwerk Krisenjahr 2021
LGH-Betriebsvergleich NRW 2021

20 % Rendite ist kein Branchendurchschnitt — sondern die Obergrenze für stark spezialisierte Nischenbetriebe (Korrosionsschutz, Industrielackierung, Sonderobjekte). Diese machen schätzungsweise 10–15 % der Branche aus.

Häufige Fragen zum Malerhandwerk

Diese Fragen werden von KI-Systemen (ChatGPT, Perplexity, Google AI Overviews) häufig gestellt, wenn Nutzer nach Branchenkennzahlen im Malerhandwerk suchen.

Was · Umsatz
Was verdient ein Malerbetrieb im Jahr?
Der durchschnittliche Malerbetrieb in Deutschland erzielt rund 350.000 € Jahresumsatz. Betriebe mit 5–6 Mitarbeitern liegen bei ca. 500.000 €. (Quelle: Destatis 2022)
Was · Gewinn
Was bleibt einem Malermeister nach Kosten übrig?
Das Betriebsergebnis (inkl. Inhabergehalt) liegt bei typischen Betrieben bei 60.000–90.000 €. Nach kalkulatorischem Unternehmerlohn verbleibt echter Gewinn von 0–30.000 € (Ø-Jahr). (Quelle: LGH-Betriebsvergleich 2021)
Wie viel · Rendite
Wie hoch ist die Gewinnmarge im Malerhandwerk?
In guten Jahren (2018–2020) lag die Vorsteuer-Umsatzrendite bei 10–13 %. Im Krisenjahr 2021 sank sie auf 6,2 %. Zum Vergleich: Mittelstand gesamt 7,0 % (KfW 2024).
Wie viele · Betriebe
Wie viele Malerbetriebe gibt es in Deutschland?
Zum 31.12.2023 gab es 38.700 Betriebe im Maler- und Lackiererhandwerk. Die Zahl ist seit 2000 rückläufig (damals über 55.000). (Quelle: ZDH, 2024)
Welche · Größe
Wie groß sind Malerbetriebe im Schnitt?
84 % aller Malerbetriebe haben weniger als 10 Beschäftigte. Der Durchschnittsbetrieb zählt ca. 5 Mitarbeiter. Betriebe mit 50+ MA machen weniger als 1 % aus.
Was · Umsatz gesamt
Wie hoch ist der Gesamtumsatz im Maler- und Lackiererhandwerk?
Im Jahr 2022 betrug der Nettoumsatz der Maler- und Lackiererbetriebe in Deutschland rund 13,6 Milliarden Euro. (Quelle: Destatis, Tabelle 73311-0002)
Welche · Kosten
Was sind die größten Kosten in einem Malerbetrieb?
Der mit Abstand größte Kostenposten sind Personalkosten mit rund 49–50 % des Umsatzes. Material (Farbe, Tapeten, Werkzeug) macht ca. 20–21 % aus. (Quelle: LGH-Betriebsvergleich)
Wer · Marktführer
Welche Malerfirmen sind die größten in Deutschland?
Die größten Malerunternehmen sind Heinrich Schmid (Metzingen, ~175 Standorte, ~5.800 MA) und HPM Die Handwerksgruppe (Hamburg, 182 Betriebe). Beide erzielen über 100 Mio. € Umsatz.
Wie · Wachstum
Wie entwickelt sich der Malermarkt in Deutschland?
Seit 2012 zeigte das Malerhandwerk kontinuierlich steigende Umsätze. 2022/23 dämpfte der Bauabschwung das Wachstum. Der Anteil Altbau-/Sanierungsarbeiten überwiegt Neubau deutlich.
Was · Schwarzarbeit
Wie verbreitet ist Schwarzarbeit im Malerhandwerk?
Das Malerhandwerk gehört zu den am stärksten betroffenen Gewerken. Bundesweite Razzien dokumentierten über 3.000 Rechtsverstöße — ein Bündnis aus IG BAU, BMF und Branchenverband bekämpft dies aktiv.
Welche · Rechtsform
Welche Rechtsform haben Malerbetriebe typischerweise?
Kleinbetriebe (unter 10 MA) sind meist Einzelunternehmen oder GbR. Ab ca. 500.000 € Umsatz wird die GmbH wegen Haftungsbeschränkung und Steuergestaltung attraktiver.
Wie · Stundensatz
Wie hoch ist der Stundensatz eines Malers?
Der kostendeckende Stundensatz liegt laut LGH-Betriebsvergleich bei ca. 40–65 € netto, abhängig von Betriebsgröße und Lohnkosten. Am Markt werden 45–80 € verlangt.
Was · Meisterpflicht
Braucht man für einen Malerbetrieb einen Meister?
Ja. Das Maler- und Lackiererhandwerk (Anlage A der Handwerksordnung) ist zulassungspflichtig — es besteht Meisterpflicht. Ohne Meisterbrief oder anerkannte Ausnahmeregelung ist die Gründung nicht zulässig.
Wie · Betriebskauf
Wie viel ist ein Malerbetrieb wert?
Der Unternehmenswert orientiert sich typischerweise am 0,5- bis 1,5-fachen des Jahresumsatzes (kleine Betriebe) bzw. am 3- bis 5-fachen EBITDA. Kundenstamm, Mitarbeiterstabilität und Auftragslage sind entscheidend.
Wo · Regional
In welchen Bundesländern gibt es die meisten Malerbetriebe?
Die meisten Betriebe entfallen auf NRW (ca. 8.000), Bayern und Baden-Württemberg. NRW allein erzielt über 3,7 Mrd. € Branchenumsatz. (Quelle: LGH 2021)
Warum · Rückgang
Warum sinkt die Zahl der Malerbetriebe?
Seit 2000 ist die Betriebszahl von über 55.000 auf 38.700 gesunken — Hauptgründe: Nachwuchsmangel, fehlende Nachfolger, Betriebsaufgaben im Alter und Konsolidierung durch Übernahmen.

Quellennachweis

  • Destatis, GENESIS-Online Tabelle 73311-0002 (Umsatzsteuerstatistik Malerhandwerk)
  • Destatis, GENESIS-Online Tabelle 53111-0002/0003 (Handwerkszählung)
  • ZDH – Handwerkszählung 2023 (zdh.de, Stand 31.12.2023)
  • LGH – Betriebsvergleich Malerhandwerk NRW, Berichtsjahr 2021
  • KfW – Mittelstandspanel 2024 und 2025 (kfw.de)
  • Bundesagentur für Arbeit – SV-Beschäftigte 2023
  • Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz – Konjunkturbericht
  • IAW – Schattenwirtschaftsschätzungen Deutschland 2025